Asien erlebt derzeit einen großen Wandel in der Bildungsbranche. Angesichts der rückläufigen Einschreibungen an Hochschulen Ende der 90er Jahre ist es in diesem gegenwärtigen Jahrzehnt von großer Bedeutung, dass die internationalen Universitäten in Asien zunehmend durchdringen. Laut einer Studie des British Council gibt es 2012 eine wachsende Zahl internationaler Studenten an Hochschulen in Malaysia, China, Indien, Indonesien und dem Rest Südostasiens. Dieser Trend ist laut Analysten des British Council ein klares Indiz für eine wesentliche Verschiebung des Gleichgewichts der globalen Studenten von West nach Ost.

Der Einfluss der transnationalen Bildung (TNE) auf das Wachstum der Online-Studiengänge in Asien ist sehr bedeutend für die Zahl der Universitäten, die sich heute mit Online-Lernen und Fernunterricht befassen. Dies zeigt sich auch deutlich in verschiedenen Veröffentlichungen, Umfragen und Berichten großer Forschungsunternehmen aus der ganzen Welt. Um bessere Einblicke in die Verbreitung von Online-Programmen in vielen asiatischen Hochschuleinrichtungen zu erhalten, ist es praktisch, einige der bemerkenswerten Ereignisse zu untersuchen, die in den letzten Jahrzehnten auf dem asiatischen Markt für tertiäre Bildung aufgetreten sind.

Zeit vor dem Internet

In den frühen 2000er Jahren war die Internetdurchdringung in vielen asiatischen Ländern erheblich gering. Auch heute liegen die Entwicklungsländer, insbesondere in Südostasien, hinsichtlich der Entwicklung der Infrastrukturen für Informations- und Kommunikationstechnologien hinter anderen Ländern zurück. Laut einem 2012 von Pearson Asia Pacific in Kambodscha veröffentlichten Artikel betrug die Internet-Penetrationsrate nur 0,5%, während sie in Indonesien nur 10,5% betrug. Basierend auf einem von The Australian veröffentlichten Blog-Artikel lag die Internet-Penetration in China und Indien 2011 bei 40% bzw. 10%. Das Wachstum von Online-Programmen in diesen Regionen wird daher durch die schlechte Erreichbarkeit des Internets eingeschränkt. Dieser technologische Umstand führte auch dazu, dass viele Länder in Asien jahrelang von textbasierten Unterrichtsprogrammen und traditionellen Präsenzveranstaltungen abhängig wurden.

Zeit nach dem Internet und Aufstieg offener Universitäten

Der von 2005 bis 2011 beobachtete rasche Aufstieg der Mobil- und Internet-Technologie führte zu neuen Bildungsmärkten in ganz Asien. Durch die Finanzierung nationaler Regierungen und privater Institutionen entstanden im gesamten asiatischen Raum neue Standorte, virtuelle Universitäten und Lernzentren wie Pilze. Online- und Fernunterrichtsanbieter (ODL) dominierten insbesondere in Südkorea, Hongkong, Japan, Malaysia und Singapur, Ländern mit großen Fortschritten in der Internettechnologie. Viele Analysten betrachteten diese Verbesserungen in der Internettechnologie für viele ODL-Anbieter als "Quantensprung".

In Malaysia nahmen 2011 rund 85.000 Studenten an Online-Studiengängen teil. Südkorea hat seine webbasierte Klasseneinschreibung im selben Jahr auf mehr als 112.000 Studenten erhöht. Im Jahr 2010 nahmen in China rund 1,64 Millionen Menschen an verschiedenen Online-Kursen teil, die über Online-Medien angeboten wurden.

Insbesondere offene Universitäten waren Pioniere der Fernunterrichtsprogramme in Asien. Zu den wichtigsten offenen Universitäten, die ursprünglich Online-Studiengänge anboten, gehörten die Asia e University (Malaysia), die Korea National Open University (Südkorea), die Indira Gandhi Open University (Indien) und die Central Radio and Television University (China).

Der Aufschwung mobiler Studenten

Laut der 2012 vom British Council durchgeführten Studie zur globalen Hochschulbildung waren 2010 mehr internationale Studierende, die an britischen Abschlüssen im Ausland eingeschrieben waren, zahlreicher als internationale Studierende an Land (oder in Großbritannien). Dies war völlig das Gegenteil der Situation im Zeitraum 1985-2008, in der über 50% der asiatischen Studenten im Ausland studierten, insbesondere in Nordamerika und Westeuropa. In Malaysia wurden 2010 rund 58.000 internationale Studierende gezählt, die an Campus- und Online-Studiengängen teilnahmen. In China wurden im selben Jahr 71.700 internationale Studierende eingeschrieben.

Der Aufstieg der MOOCs und globalen Allianzen

Neue Wege, Online-Kurse zu lernen, lösten in vielen Hochschulen in Asien ein explosives Wachstum der Einschreibungen aus. Das Wachstum der Zahl der TNE-Studenten, die Online-Kurse belegen, war in südostasiatischen Ländern ab 2011 erheblich. TNE, wie vom British Council definiert, "bietet oder führt Bildung über Fernunterricht, Twinning-Programme, Zweigstellen und Franchise-Vereinbarungen durch". Es wird prognostiziert, dass die TNE-Einschreibungen in Indien, China und Indonesien bis 2020 ein deutliches Wachstum verzeichnen werden, und dies werden 7,1 Millionen, 5,1 Millionen und 2,3 Millionen Studenten in den jeweiligen Ländern ausmachen.

Was dieses enorme Wachstum bei der Einschreibung von Online-Kursen auslösen wird, ist die zunehmende Anzahl westlicher Institutionen, die sich mit asiatischen Universitäten für Franchise-Unternehmen, gemeinsame oder doppelte Abschlüsse und eLearning oder Fernunterricht, einschließlich Massive Open Online Courses (MOOCs), beschäftigen. In diesem Zusammenhang werden die von diesen asiatischen Universitäten angebotenen Online-Studiengänge laut Analysten bis 2020 weiter explodieren.

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